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Seit dem globalen Hype um die violette Yams-Wurzel, ist der Ube-Trend unlängst auch in der Schweiz angekommen. Zahlreiche Cafés, die nicht von Personen philippinischer Herkunft betrieben werden, haben inzwischen Produkte mit Ube in ihrem Sortiment aufgenommen oder entwickelt. Darunter Lokale in kleineren Städten, nicht zuletzt aber auch die grosse amerikanische Kaffeehaus-Kette, wo man einen «Ube-Latte» bestellen kann, der jedoch weder nach Ube aussieht noch schmeckt.
Zeitgleich ist in den Medien zunehmend auch Kritik gegenüber dieser Entwicklung zu lesen. Grosse Medienhäuser wie die New York Times oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) haben sich kultursensibel gezeigt und von der Gentrifizierung Ubes berichtet – Kleinbäuer*innen auf den Philippinen können sich ihr eigenes Produkt nicht mehr leisten – wie auch von der mit ihr einhergehenden kulturellen Auslöschung. Dies geschieht zum Beispiel, wenn bei der Vermarktung nicht auf die Philippinen als kulturelles Ursprungsland Bezug genommen wird.
Auch das Schweizer Nachrichtenportal Watson.ch hat nun zu diesem Kulturkampf Stellung genommen. Auffällig ist dabei nicht nur die eine oder andere Fehlinformation (etwa, dass die Konsistenz von Ube-Halaya mit Acai zu vergleichen sei), es gelingt dem Portal offenbar nicht, Ube als eigenständiges Naturprodukt anzuerkennen oder sich ehrlicherweise mit dem Lebensmittel auseinanderzusetzen. Stattdessen werden im Beitrag Gründe genannt, weshalb es Ube (zumindest im Kaffee) nicht braucht und Konsument*innen stattdessen lieber auf Randen zurückgreifen sollen. Statt einer aufrichtigen Reflexion ungerechter globaler Strukturen liest sich der Text (samt den dazugehörigen Kommentaren) somit eher wie ein Ube-Bashing.
In unserem Instagram-Post zeigen wir auf, was Watson verpasst hat. Ausserdem sprechen wir über “philippinisches Essen” und andere Themen an unserem Symposium am 30. Mai 2026.